Eigentlich

Eigentlich sollte hier der zweite Teil des “auch-Hörbefehls” zu lesen sein, aber ich bin krank und habe keine Energie, um meine Gedanken angemessen zu verbloggen. Hoffentlich komme ich die Tage dazu.

’auch’ hören! Ein Befehl in zwei Teilen. (1)

Kurze Durchsage: Vergangenen Freitag kam das neueste Album von die Ärzte raus. Es heißt “auch”. Die Single “zeiDverschwÄndung” ist schon was länger zu haben. Zu der Zeit als ich mir die Single-EP ganz modern bei iTunes shoppte, wusste ich bereits um den Namen des Albums. Es hat allerdings bis zur letzten Folge Roche & Böhmermann, in der Bela und Rod zu Gast waren, gedauert (verlinke ich jetzt nicht, wird eh depubliziert. Nimm das, Kulturvernichter namens “Rundfunkstaatsvertrag!), bis ich das Wortspiel begriffen hatte. Der werte Herr Böhmermann erklärte, dass es sich ja zutragen könne, dass man die Platten der Band die Ärzte wie folgt vorstellt: “Die Single ist zeiDverschwÄndung, das Album auch.” Wobei man natürlich das “ist” durch “heißt” oder ein anderes, in dritter Person Singular konjugiertes Verb, das halbwegs passt, ersetzen kann. Nach dieser Erklärung gab’s bei mir erstmal *kopftisch*, kann man sich bestimmt vorstellen.

Die EP

Die Veröffentlichungstermin der Single kannte ich, im Gegensatz zum Termin des Albums, übrigens nicht. Ich lag abends im Bett, die EP war bei iTunes gefeatured, ich lud sie mir direkt aufs iPhone und hörte mir die vier enthaltenen Lieder an. Meine Vorfreude war gewaltig, allerdings gefiel mir nur eines der Lieder so halbwegs und ich war enttäuscht. Ich dachte daran wie ich mir 2007 “Jazz ist anders” kaufte, nur ein paar Lieder gut fand und wie das in den Trend passte, da mir bereits auf Geräusch weniger Lieder gefielen als auf älteren Alben der Partei Musikkapelle die Ärzte.

Das Album

Doch um es kurz zu machen: Ich habe mich geirrt. Gleich mehrfach. Und darüber freue ich mich. Denn “auch” ist gut, ziemlich ärztig könnte man sagen. Wenn man es mit “Jazz ist anders” vergleicht, krass ärztig. Es könnte sogar der krönende Abschluss für die alternden Berufsjugendlichen werden - auch wenn ich nicht hoffe, dass es so kommt. “auch” hat Witz, Charme und die ernsten Lieder wirken nicht so peinlich “in your face” wie auf anderen Alben der besten Band der Welt.

Meine detaillierte Rezension (das Wort passt nicht ganz, weil ich kein Musikschreiberling bin, ich werde allerdings mein Bestes versuchen) und warum ich mich gleich mehrfach (zwei Mal mindestens) geirrt habe, lest ihr im zweiten Teil meines Hörbefehls. Ich kann nämlich nicht weiter schreiben, denn ich will ins Bett. Ich bin müde, muss morgen tagsüber arbeiten und am Abend würde ich gerne etwas podcasten.

Bis dahin. Hört schon mal rein.

Professionalität

Die größten aller Spießer wähnen ihre eigene, bewusst nach außen getragene, Spießigkeit, nur als Tarnung und verkennen bei diesem “Schauspiel”, dass die Unangepasstheit, die sie unter ihrer Tarnung zu leben meinen, als Phantasieschild vor sich hergetragen wird, damit sie sich morgens im Spiegel ansehen können, ohne kotzen zu müssen.

Wenn schon, denn schon

Ich denke ich bin eher so der “wenn schon, denn schon” Typ. Als der @gigalinux und ich das erste Mal über den anyca.st sprachen (da hatte das Projekt noch nicht mal einen Namen und es war wohl viel mehr feuchter Traum als Realität), habe ich schon drauf gedrängt noch etwas Wasser die Elbe hinunterfließen zu lassen, damit ich sparen kann, um mir Pr0n-Equip (vulg. sauteure, aber auch gute Technik) leisten zu können. Dennis hat zugestimmt, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Erwarten können hätte ich es von ihm nicht, so viel steht fest.

Danke, Dennis und viel Spaß in Berlin! Ich wäre gerne mitgekommen.

Es geht los. Fast.

Vor nem knappen Monat ging die anyca.st Homepage mit einem Platzhalter an den Start, ein Projekt von @gigalinux aka Dennis Morhardt und meiner Wenigkeit. Eigentlich war die Planung gestern Abend zu starten und heute mit dem ersten großen “Ding” loszulegen, aber leider haben sich einige Verzögerungen ergeben. So sind etwa nicht ganz unbedeutende Investitionen unsererseits zu leisten und, da wir nicht alles selber bauen können (es handelt sich um Hardware, soviel sei verraten), sind wir bei der Beschaffung auf Dritte angewiesen, auf die wir keinen Einfluss haben. Wir hoffen allerdings in den nächsten Tagen schonmal die fertige Seite präsentieren zu können und dann wenige Tage später loszulegen.

Was anyca.st genau ist, kann ich aus Gründen der inneren Sicherheit noch nicht verraten. Wer aber @theanycast auf Twitter folgt und aufmerksam alles gepostete studiert, könnte auf eine Idee kommen. Bis dahin freut Euch einfach weiter vor. Und glaubt mir, keiner ist so ungeduldig wie wir.

Das mit der Meinungsfreiheit

Meinungsfreiheit ist nicht jedermanns Sache. Das bekommt auch der Autor dieser Kolumne regelmäßig zu spüren, wenn er Artikel von Menschen liest, die bereits das Konstrukt der Meinungsfreiheit nicht verstanden haben.

Einer dieser Menschen scheint auch Jan Fleischhauer zu sein. In der neuesten Ausgabe seiner Kolumne bei Spiegel Online beschwert er sich zu Beginn genau wie ich darüber, dass Meinungsfreiheit nicht “jedermanns Sache” sei. Er listet dann exemplarisch teilweise kritische, teilweise ehrverletzende Kommentare aus dem SPON-Forum auf, die seinen Kolumnen gewidmet sind. Man kann die Kommentare gut, lustig oder dümmlich finden, aber eines sind sie garantiert nicht: ein Ausdruck vom fehlenden Verständnis für Meinungsfreiheit.

Jedes Werturteil ist eine Meinung. Jede Meinung ist geschützt.

Ich will jetzt keinen juristischen Besinnungsaufsatz schreiben, weshalb ich auch mal Artikel und Paragraphen aus dem Post raushalte, aber zwei Dinge stören mich immer wieder. Zuerst sollte man wissen, dass das Recht auf Meinungsfreiheit, wie jedes andere Grundrecht, nur den Staat bindet. Bürger untereinander können sich nur in Extremfällen mittelbar auf diese berufen, sodass ein Gericht eventuell anders urteilen muss als die Gesetzeslage es auf den ersten Blick hergibt. Aber, wie gesagt, das gilt nur in Extremfällen. “Mittelbare Drittwirkung der Grundrechte im Privatrecht” nennt man das dann. Wen es interessiert, der kann sich mal den Wikipediaartikel über das “Lüth-Urteil” durchlesen. Da kommt das mit der Drittwirkung im Wesentlichen her.

Zum zweiten ist jedes Werturteil und damit auch jede Beleidigung vom Schutzbereich der Meinungsfreiheit mitumfasst und grundsätzlich geschützt. Die Grenze des Legalen ist erst bei der Ehrverletzung erreicht und selbst das ist verfassungsrechtlich nicht unproblematisch. Und, ganz wichtig, selbst wenn man eine strafbare (!) Ehrverletzung geäußert hat, ist sie zunächst von der Verfassung geschützt. Will sagen: selbst wenn Fleischhauer sich gegenüber Individuen auf das Grundrecht der Meinungsfreiheit berufen KÖNNTE, ja selbst dann läge er mit seiner Einschätzung, die Meinungsfreiheit sei nicht jedermanns Sache, bezogen auf die Kommentatoren, falsch, denn gerade Kritik und auch Schmähkritik und Beleidigungen sind erstmal vom Begriff der Meinungsfreiheit mitumfasst. Zumal er (und das ist der wichtigste Punkt) durch diese Äußerungen nicht in seiner Meinungsfreiheit beschnitten wird. Nur ein Verbot seiner Meinung oder Zensur oder weiß der Geier könnte sowas leisten. Kritik an Äußerungen, und sei sie noch so harsch, falsch oder sonstwas, beschneidet diese nicht. Das geht gar nicht.

Er fühlt sich (vielleicht sogar zu Recht) angegriffen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, das ER derjenige ist, dessen Sache “das komische mit der Meinungsfreiheit” nicht zu sein scheint.

Der Normalzustand

Lustigerweise sieht man in letzter Zeit ganz oft, dass solche Kommentare à la “Du kritisierst mich? Das darfst Du nicht, denn ich übe ja meine Meinungsfreiheit aus!” gebracht werden. Gerade Konservative in den USA nutzen dieses “Argument” gerne, besonders wenn’s um Religion geht. Und auch bei uns gibt es ne handvoll Blogs und auch Politiker, die solche Vorwürfe, natürlich am liebsten gegen Linke oder Linksliberale, erheben. Es scheint, dass das so langsam der Normalzustand wird. Das der Spiegel sonen Artikel überhaupt veröffentlicht zeugt zudem mal wieder vom Brain-Drain, den die in den letzten Jahren zu spüren bekommen haben.

Zum Schluss oute ich mich nochmal kurz. Ich find den Fleischhauer übrigens total lustig. Egal was kommt, er versucht immer ne krude Antihaltung einzunehmen. Das wirkt oft trotzig und zickig. Und, wie man an den Kommentaren erkennt, die er zitiert, zu nem guten Troll. Mich trollt er auch, wie man nicht zuletzt an dem Beitrag hier sieht. Respekt.

Livealbum von “Die Ärzte” 2013? - ich hoffe nicht!

Ich mag Livealben. Viel lieber als Stuidoalben. Ich weiß, wahre Freunde der Musik lachen mich jetzt sicher aus. “Live ist viel zu schmutzig und man verliert so viele Feinheiten - z.B. die im Studio aufgenommenen weiteren vier Gitarrenspuren oder das lupenreine Basssolo.” Ja, genau! Und eben weil’s so schmutzig ist, find ich’s so gut. Ich mag die Stimmung und manchmal sogar mitsingende Fans.

Und deshalb habe habe ich mir gerade “Nach und die Sintflut” (1988) von Die Ärzte bei iTunes gekauft. Meine Lieblingsliveband. Erst hab ich kurz überlegt, ob es nicht doch “Wir wollen nur Deine Seele” (1999) sein soll. Aber sowohl auch die Playlist, als auch der historische Wert sprachen dann doch eher für das Erstere. Da ist mir aufgefallen, dass, wenn man mal das Unplugged-Ablum von 2002 außen vor lässt, die Ärzte seit über zehn Jahren kein (offizielles) Livealbum herausgebracht haben. Nach dem für nächstes Jahr angekündigten Album und einer Tour, die “DAS ENDE ist noch nicht vorbei” heißen wird, wächst in mir gerade ein wenig die Hoffnung auf ein letztes Livealbum. Ich glaube zwar nicht, dass die kommende Tour die letzte der Ärzte sein wird, sondern die vorletzte, kann mir aber gut vorstellen, dass die Jungs die Idee für ein Livealbum nach der letzten Tour für lame halten. Da gibt’s dann nochmal ne Blu-Ray-Box oder so. Aber das letzte Livealbum, das wird es 2013 geben - da leg’ ich mich mal fest. Und es werden mindestens 4 CDs. Muss dann ja auch für immer halten.

Wenn’s so kommen sollte, haben sie auch meinen Segen in Rente zu gehen. Denn Ärzte, die die vorhersehbare Dinge tun, möchte ich nicht in Erinnerung behalten.

Steve Jobs 1955 - 2011

You imagined our future and made it happen. ”Click. Boom. Amazing.” Just like that. RIP Steve. May your family and friends be strong in the time to come. Our world won’t be the same without you; and it wouldn’t be either.

Passend zur Rede des Papstes in einem Parlament eines demokratischen Staates near you!

Zum Glück haben wir ja noch Parlamentarier, die genug Hirn besitzen um zu protestieren, wenn ein totalitär herrschendes Staatsoberhaupt im Bundestag sprechen soll. Weiter unten im Artikel kommt dann der klassische FAZ-Backlash. Das letzte Wort sollen die Katholen und die CSU kriegen. Und die haben selbstverständlich Spontanmagendarm und sondern sinnlosen Hirndurchfall ab. Kennt man ja. Aber lassen wir das und kommen zum Höhepunkt des Abends:

Meine Damen und Herren, der großartige George Carlin!

Geht doch nach drüben

Verehrte Politiker (Fachbereich Inneres) im Allgemeinen, lieber Herr Uhl im Besonderen,

schon lange wollte ich einem von Euch schreiben. Denn egal, ob ihr Union oder SPD angehört, ihr habt alle den Arsch offen - und zwar so weit, dass mehrere Menschen gleichzeitig hineinpassen. Probiert’s mit der Nummer doch mal im Zirkus. Wenigstens könntet Ihr dort Euer Geld mit ehrlicher Arbeit verdienen. Aber auch ihr Innenpolitiker der FDP seid toll! Ihr tut immer so, als würde Euch die Freiheit am Herzen liegen. Dabei meint Ihr Freiheit aber stets und ausschließlich im kapitalistischen Sinne. Bürgerliche (Bürger hier: Citoyen, nicht Bourgeois) Freiheiten, sind bei Euch längst zur Verhandlungsmasse geworden. Man kann sie ja auch prima eintauschen. Gegen Steuersenkungen für “kleinere und mittlere” Einkommen zum Beispiel. Die können wir uns zwar nicht leisten und, nur so am Rande, kleine Einkommen müssen schon heute nicht versteuert werden (wobei das “klein” in Familien auch mal locker weit über 20.000 Euro Jahresgehalt sein darf). Und Ihr Grünen! Bei Euch dürfte es bald auch soweit sein. Ihr habt ja schon den Cem, den ersten schwarz-grünen Feldversuch gab es auch und das Arschloch aus Tübingen fordert ja auch schon eine Öffnung hin zu den Konservativen, Verzeihung, hin zur Mitte.

Aber ich schweife ab, denn eigentlich wollte ich Euch nicht alle pauschal und als anonyme Masse beleidigen. Ich wollte mir Eurer derzeit edelstes Objekt herauspicken und es direkt ansprechen.

Ich meine Dich, Hans-Peter Uhl von der CSU! Wären Ehrverletzungen in Deutschland nicht strafbar, ich würde Dich ein Dreckschwein ohne Anstand nennen, dass versucht auf dem Rücken von Unschuldigen politisches Kapital zu schlagen. Klar, die Vorratsdatenspeicherung, Pardon, Mindestdatenspeicherung hätte auch den Massenmord in Norwegen nicht verhindern können, aber was soll’s! In den Pressewald hineintröten hat ja noch keinem geschadet! Natürlich, liebe Uhlimaus, auch Dir ist klar, dass das Bundesverfassungsgericht die alte Regelung zur Vorratsdatenspeichung regelrecht verprügelt hat. Aber auch das spiel keine Rolle! Du redest davon, dass “Ermittler die Kommunikation bei der Planung von Anschlägen verfolgen können” müssen. Dass das mit der VDS gar nicht geht, weil man mit ihr nur herausbekommen kann wann und wo jemand etwas macht (stets nur im Nachhinein!), aber nicht was, das verschweigst Du, weil Du genau weißt, dass Du Unsinn redest. Und Du weißt auch, dass Du die getöteten Menschen in Norwegen für Deine Meinung zu kannibalisieren versuchst, um mal ARD-Pielsprech zu verwenden. Und es ist Dir nicht nur egal, Du wähnst Dich im Recht und sonnst Dich in der Aufmerksamkeit der Schreihalsmedien. Solch ein Verhalten ist unredlich, mein kleiner Uhlenbär. Man könnte auch sagen: unchristlich. Aber was stört Dich schon das Christentum, immerhin bist Du Mitglied der CSU.

Uhli… bitte tu mir den Gefallen und geh weg, weit weg. Du stinkst nämlich. Damit meine ich nicht Deinen (etwaigen) Mund- oder Achselgeruch, sondern Deine ganze Person. Sie widert mich an. Du und Deine komische Partei (samt Schwesterpartei), ihr tut so, als wäret ihr moralisch überlegen. Das sprecht Ihr nicht aus, aber Ihr lasst es mitklingen. Und ist einer gegen Euch, so ist er automatisch für den anderen, in diesem Fall für den Verbrecher, Mörder, Attentäter oder sonst wen. Auch das, mein lieber Uhl, zeigt wes Geistes Kinder Ihr seid und dass ihr kein Problem damit habt das politische Klima mit Euren “Sicherheitsdebatten” weiter zu vergiften. Oh, ich lese gerade… Du erinnerst gerne daran, dass es “auch deutsche Zwangsarbeiter” gab. Weißt Du, das passt so gut ins Bild, das kommentiere ich nicht mal mehr. Zum Schluss will ich mich wiederholen: Uhl, verpiss Dich und lass mir meine Freiheit. Wenn Du so auf Überwachung stehst, geh doch nach China. Oder Nordkorea! Mit anderen Worten: Geh doch nach Drüben!