Esoterrestrisches und andere Lebensformen

Ist zwar schon ne Nummer älter, dafür zeigt das Stück des herrlichen Pierre M. Krause zwei Dinge. Zunächst stellt Pierre, besonders während des Seminars auf der Esoterikmesse in Göttingen (ja, ich schäme mich ein wenig mehr hier zu hausen), heraus wie sehr Unwissen (Stichwort: olfaktorisch wahrnehmbare Flatulenz) und esoterischer Aberglaube ineinander verwoben sind und es zeigt, dass es noch anständiges im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gibt. Die Einbindung sieht nicht so schön aus im Blog, aber ich hab heut keine Lust mehr hier rumzufummeln. Viel Spaß!

Eso, approbiert und rechts

Da weiß man ja gar nicht wo man anfangen soll zu spotten. Es gibt also tatsächlich den Bund katholischer Ärzte. Katholische Naturwissenschaftler, also. Nun gut - zum Thema. Sie finden zwar nicht, dass Homosexualität eine Krankheit sei (zumindest behaupten sie das), aber sie empfehlen als Therapieansatz “gegen homosexuelle Neigungen” eine “Konstitutionsbehandlung” mit u.a. “Homöopathischen Mitteln”, wie Telepolis berichtet. Der BKÄ hat sogar tatsächlich eine Seite ins Netz gewebt auf der unter anderem auch “Geistliche, Ärzte und Psychotherapeuten” gesucht werden, “die mitarbeiten möchten dreckigen Homoschweinen Betroffenen in ihrer Not weiterzuhelfen.” Wer also Eso, approbiert und rechts ist, der möge sich doch bitte bei den Hirnfaulen da melden.

Und dann stellt sich noch die Frage: Wenn Homosexualität keine Krankheit ist und man diese mit wirkungslosen Zuckerkugeln angeht, gibt das dann nicht sonen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum?

Ein schöner Sketch aus der BBC-Show That Mitchell and Webb Look. Und es drängt sich erneut die Frage auf: Warum gibt es sowas gutes nicht im deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen? Wenn man’s schon nicht selbst produzieren will, dann doch bitte im Original mit Untertiteln. Aber genug Gemecker - bitte genießen!

Dieses schöne Spiegel-TV Video über Homöopathie hat der wunderbare Mario Sixtus vorhin über Twitter geschoben. Darin wird nicht nur ein weiteres Mal schön anschaulich erklärt (also auch für die letzten Verstrahlten) warum der Scheiß genauso wirksam ist wie ein Stück Holz mit Sahne auf Toastbrot, sondern auch der religiöse Eifer der Verfechter dokumentiert.

Eigentlich unverantwortlich

Ab und zu hört man beim Fernsehen ja die samtige Stimme des alten FDP-du-Monts. Nicht nur in Filmen und Serien kann man ihm lauschen, sondern auch vielen Werbespots leiht der gute Mann seine Stimme. Auch dem Spot der Apotheken Umschau. Heute Nachmittag drang seine Stimme wieder in mein Ohr und du Mont verlaß die Themen der neuesten Ausgabe der Rentnerbravo. Aufgemerkt habe ich dann bei der Werbung für einen Artikel, indem man angeblich erfahren soll, wie man Homöopathie richtig anwendet.

Naja, dachte ich mir. Darüber hätte ich auch schreiben können: “Globuli von der Theke nehmen, in den Müll schmeißen und danach dem Apotheker das Portemonnaie um die Ohren dreschen.”

Dann lesen wir doch mal

Wie ich bei der Lektüre eines Artikels (es ist wohl nicht der Artikel aus dem “Magazin”) auf der Homepage der Umschau feststellen musste, hätte ich darüber auch besser selbst geschrieben. Denn der Artikel ist kaum zu ertragen. Zu Beginn wird erstmal festgestellt, dass es Leute gäbe, die “auf die Heilkraft der homöopathischen Tropfen und Globuli” schwören würden. So weit alles bekannt - wenn auch nicht gerade ein Ruhmesblatt für die Aufklärung.

Danach beginnt es dann widerlich zu werden. Zwar wirft man ein: “Andere bezweifeln hingegen den Nutzen dieser alternativen Heilmethode”, wobei die letzten beiden Wörter einen Link ergeben, der auf die Rubrik "Natürlich heilen" verweist. In dieser Rubrik geht das perverse Treiben locker weiter und "Traditionelle Chinesische Medizin" und anderer Humbug wird dem Leser mit dem obligatorischen “Doch nicht jeder möchte sofort zu Tabletten und Pillen greifen” als sanfte Medizin angepriesen, die besonders bei kleinen Wehwehchen super hilft und sowieso viel natürlicher ist. Und was in der Natur vorkommt, kann ja nicht schlecht sein.

Danach - es wird bekloppter - wird dezidiert dargelegt, warum der Quatsch eigentlich gar nicht funktionieren kann. Der vorhandene “Wirkstoff” wird durch das sogenannte “Potenzieren” bis zur Nachweisgrenze (oft darüber hinaus) verdünnt. Aber das ist ja alles nicht so wild, denn schließlich kommt der Ausdruck “Potenz” ja daher, “dass - naturwissenschaftlich betrachtet - stärker verdünnte Lösungen häufig stärker wirken”. Äh, hallo? Ist da noch jemand zu Hause? Die Zeitschrift lesen auch unbedarfte Menschen, die - so sollte es eigentlich auch sein - Apotheken vertrauen und damit auch den Druckerzeugnissen, die dort vertrieben werden. Wäre ich erbost, ich würde es unverantwortlich nennen.